Station | Jakob Signerstrasse 5 | 9050 Appenzell

Agathe_Nisple_Station

Station heisst der Kleinst-Ausstellungsraum im Dorfkern von Appenzell. Die alte Remise an der Jakob Signerstrasse nimmt sich wie eine dörfliche Referenz an die appenzellische Streusiedlung aus.

Seit 2000 finden hier in unregelmässigen Zeitabständen Kunstprojekte und Ausstellungen statt.

Gerne informieren wir Sie über aktuelle Projekte. Bitte tragen Sie hierfür untenstehend Ihre eMail ein.


2015 | MANON «Die gesammelten Ängste» Installation

MANON «Die gesammelten Ängste» Installation

Liebe Freudinnen und Freunde der Kunst

Wir freuen uns, Sie zur Finissage der Installation «Die gesammelten Ängste» von MANON einzuladen. Am Sonntagnachmittag ist die Ausstellung geöffnet und es findet ein Gespräch «von Frau zu Frau» zwischen MANON und Corinne Schatz statt. Es besteht die Möglichkeit, den Film «MANON / SRF Sternstunde Kunst» von Lekha Sarkar zu schauen (52 Min.).

Zur Ausstellung erschien eine Edition von zwei Fotografien aus der Installation «Das lachsfarbene Boudoir».


MANON Edition «Das lachsfarbene Boudoir»

MANON Neue Edition «Das lachsfarbene Boudoir»

Edition Agathe Nisple 2015

Zur Ausstellung die «Die gesammelten Ängste» erschien eine Edition von zwei Fotografien «Das lachsfarbene Boudoir» (Installationen: 1974 Galerie Li Tobler Zürich, 2006 Migros Museum Zürich, 2008 Helmhaus Zürich, 2009 Swiss Institute New York, 2011 Museum der Moderne Salzburg).

Edition 2015, 1/13 bis 13/13
Fotografie auf Alu, 45 x 30 cm

Manon Agathe Nisple Edition

2015 | Kleiner Frühling | Buch Kunst Fest

kleiner frühling kunst buch fest

Donnerstag 21. Mai  VERNISSAGE

 

MANON

"Die gesammelten Ängste" Installation

Josef Felix Müller - Künstler und Verleger- spricht über die Künstlerin

Zeit: ab 19.00 Uhr in der Station Agathe Nisple

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kleiner frühling kunst buch fest

Freitag 22.Mai 2015

 

KARIN ENZLER mit Appenzeller Echo und Knut Jensen

Konzert und CD Taufe “E Trocke voll Musig" 

Zeit: 19.00 Uhr im Treibhaus Wührestrasse 1

Im Rahmen des „kleinen Frühlings“ 2015 erscheint die CD von Karin Enzler mit ihren Appenzeller Chanscons

Die CD kann bestellt werden: CHF 30.00

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kleiner frühling kunst buch fest

Samstag 23.Mai 2015

 

Lesung an verstohlenen Orten

An verschiedenen Orten im Dorfzentrum treten fünf Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit einem von ihnen ausgewählten Gast im Duett auf.

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kleiner frühling kunst buch fest

Samstag 23.Mai 2015

 

Lesung und Gespräch

Moderiert von Michael Luisier, Literaturredaktor SRF

Andrej Kurkow liest aus seinem neusten Roman "Jimi Hendrix live in Lemb"

Zeit: 19.30 Uhr im Treibhaus Wührestrasse 1

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kleiner frühling kunst buch fest

Sonntag 24.Mai 2015

 

Sonntagsmatinee / Konzert

Blechquartett Rhenus:

Helena Hautle, Nicolas Gschwind, Sandro Pfister und Fredi Sonderegger spielen aus Werken von Pierre Passerau, Bruce Fraser und Jan Koetsier.

Zeit: 11 Uhr im Treibhaus Wührestrasse 1

 

THOMAS HÜRLIMANN

Nietsches Regenschirm / Gedankenspaziergang

Zeit: 12 Uhr im Treibhaus Wührestrasse 1

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„tagediebesgut“ von Andrea Maria Keller / jetzt wieder erhältlich

„99 wortschatzkarten“

 

Es war mir eine Freude, mit der in Gonten AI aufgewachsenen Lyrikerin Andrea Maria Keller im November 2014 ein spezielles Projekt zu realisieren. Nach ihrem Gedichtband Mäanderland von 2013, Edition Howeg, legte sie uns unter dem Titel „tagediebesgut“  99 eigene Wortschöpfungen vor. Daraus entstanden 99 Postkarten mit je einem Wort, die, gesammelt in einer edlen Schatulle veröffentlicht wurde. Das Objekt löste breites Interesse und grosse Begeisterung aus.

Für die Gestaltung der Box und der „wortschatzkarten“ konnte ich die erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Ausserrhoder Buchgestalterin Dorothea Weishaupt, Groenland Basel, gewinnen.

„Partitur und Skizze“ heisst der Begleittext von Dr. Markus Stegmann, Publizist und Autor. Er liess sich auf die Wortschöpfungen von Andrea Maria Keller ein. Subtil und literarisch spielerisch weist er auf die vielschichtigen Assoziationsräume hin, die beim Lesen der „wortschatzkarten“ entdeckt werden können.  

 

999 signierte und numerierte Exemplare

Edition Agathe Nisple und bücherladen, Appenzell 2014

Gestaltung: Groenland Basel, Dorothea Weishaupt, Sheeena Czorniczek, Alena Stählin

Druck: Steudler Press Basel

Kassette: monopac Schaffhausen

ISBN 978-3-033-04851-5

 

2. Auflage jetzt wieder erhältlich

Preis: CHF 49.00, exkl. Versandkosten

Direktbestellung per Mail an Agathe Nisple

Buchhandlungen auf Anfrage

 

Zeitungsartikel im Bund 13.01.2015

Link zu Groenlandbasel.net


2014 | 14 - P01 | Katharina Büche | Sabine Luger | Paul Serrada

Katharina Büche | Sabine Luger | Paul Serrada

 

 

Gruppenausstellung in der Station

23.November bis 17.Januar 2015

 

 

Ich freue mch, zur Ausstellung zwei neue Editionen zu präsentieren:

Andrea Maria Keller, tagesdiebesgut, 99 Reizworte von a-z, 2014

 

Paui Serrada. Birds in two variations (Combination4), Inkjet auf Awagami, 2014

 


2013 | Ledi - die Wanderbühne

Gemeinsam sind wir mehr

04.10.2013

Die Ledi – Die Wanderbühne fokussierte, neben dem Aufzeigen der Vielfalt der kulturellen Formen im Appenzellerland, auf das Verbünden und Banden bilden, auf in die Zukunft gerichtete Formen von Verbindlichkeit und Solidarität. Beeindruckend, mit welcher Konsequenz und Experimentierlust sich die Sänger, Künstlerinnen, Vereinsmitglieder, Schauspielerinnen, DJs, Handwerker und Musikerinnen auf das Bandenthema eingelassen haben. So sind neue Formationen und Freundschaften entstanden, welche über das Ledi-Projekt hinaus sicht- und erlebbar sein werden.

Das Bandenbilden hat auch im Publikum Feuer gefangen. Aus der anfänglichen Zurückhaltung hat sich im Laufe der Tournee eine Dynamik entwickelt. Es hat sich herumgesprochen, dass die Ledi eine gute Sache ist. Besucherinnen und Besucher haben von ihren schönen Erlebnissen und vielen Begegnungen erzählt. Die Ledi wurde fassbarer und attraktiv. Sie wurde zu einem lebendigen und beliebten Treffpunkt. Die Bühne platzte bei vielen Veranstaltungen aus allen Nähten, die Sitzplätze waren begehrt und manchmal bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung „ausverkauft“. Während die einen oben auf der Bühne dem Programm folgten, genossen andere unten an der Bar ihr Bier oder eine Käseschnitte.

Die Wanderbühne hat über die sechs Standorte ihre grosse Wandlungsfähigkeit bewiesen. So stand die Ledi selbstbewusst in Herisau neben dem Regierungsgebäude, dockte ans Zeughaus in Teufen an oder besetzte als eigenständiges Gebilde zentrale Plätze in Appenzell, Urnäsch, Gais und Oberegg. Entstanden sind unter der Bühne, im Schopf, sechs unterschiedliche Wunderkammern in Form von Gruppenausstellungen. Wobei sich der „Setzkasten“ in Gais frech durch den Bühnenboden bis zum Ledidach emporschraubte. Die Bar mit Kiosk passte sich jeweils den ortsspezifischen Gegebenheiten an und wurde immer wieder neu aufgebaut.

Letztlich aber ist das Jubiläum eine vorübergehende Angelegenheit. Zurück bleiben die Erinnerung und die Zukunft. Und die Gewissheit, dass wir mehr sind. In diesem Sinne fordern wir Sie auf: Werden Sie zu Komplizinnen und Komplizen, verbünden Sie sich, denn gemeinsam sind wir mehr.




2012 | 12–P01 | Thomas Müllenbach | Freud

Thomas Müllenbach I Freud

FREUD

Vater und Sohn

 

Thomas Müllenbach mit FREUD / Malerei / 2011

Moritz Müllenbach am Cello mit Solostücken

Konzert: Pfingstsonntag 27.Mai 2012




2014 | 15. Appenzeller Kabaretttage

15. Appenzeller Kabarett-Tage | 03. April - 05 April 2014

Aula Gringel

Als FORUM AGATHE NISPLE bestreiten wir mit rund fünfzig freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den gastronomisch - kulturellen Rahmen der legendären Appenzeller Kabarett Tage, die von den Veranstaltern Simon Enzler und Marcel Walker konzipiert und dieses Jahr zum 15. Mal durchgeführt werden.

In den vergangenen Jahren sind unsere verschiedenen, stimmungsvoll gestalteten Bars, ein Bistro mit kleiner Karte und ein grosszügiges, eigens für diesen Anlass gebautes Restaurant mit unserem kulinarischen Büffet zu einem beliebten Treffpunkt für Kabarett Liebhaber geworden.

Das vielfältige, reichhaltige Büffet, eine Mischung von Vor-und Hauptspeisen, von Exquisitem und Währschaften wird jeden Tag frisch für unsere Gäste zubereitet. Preis incl Käse- und Dessertbüffet: SFR 55.00

Für Reservationen Büffet in der CANTINA "CHÖND ZONIS" und für Geschenkgutscheine: AGATHE NISPLE, Mail: agathe@nisple.com
oder Telefon: +41 71 787 33 30 / +41 79 601 15 67

oder:
Appenzellerland Tourismus AI
Hauptgasse 4, 9050 Appenzell
Telefon: +41 71 788 96 41

für Fesitval Tickets und Information: http://www.kabarett-tage.ch/home.htm



2012 | 12–P02 | bücher laden ein

Literatur- und Kulturfest

„bücher laden ein“ hiess das Gemeinschaftsprojekt von Carol Forster und Agathe Nisple zum Jubiläumsfest 20 Jahre Bücherladen Appenzell.

Textauszug von Ursula Badrutt
Ein Fest festigt das Gewesene und beflügelt das Kommende, ist Knotenpunkt und Verdichtung zwischen Vergangenheit und Zukunft. Der Bücherladen lädt ein zum täglichen Fest-Flanieren im vielverzweigten Festprogramm.

Die Bücher bilden die Startrampen in den verschiedenen Terminals. Nicht die kürzeste Route ist das Ziel, sondern ein mehrdimensionales Mäandern durch den Reichtum der Literatur. Kunst und Buch verschränken sich in den Leidenschaften von Carol Forster und Agathe Nisple und all ihren Gästen und bereichern den Ort der Begegnung.

Ausgewählte Verlage präsentieren sich im Untergeschoss des Bücherladens und in den Schaufenstern von Appenzell. Die Station Agathe Nisple und sein Kunstkiosk warten mit besonderen Les- und Kostbarkeiten auf. Lesungen lassen aufhorchen.
Im architektonischen Zwischenraum neben dem Bücherladen wirken Andres Lutz und Anders Guggisberg installativ. Das Künstlerduo malt mit der Bar um die Wette und performt mittendrin und multimedial. „Bücher über Strunke, Knorze und Waldknochen“ ist frisch dem Nieves Verlag entsprungen, der seinerseits Teil der Verlagspräsentation wird.


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Lutz & Guggisberg

Im architektonischen Zwischenraum neben dem Bücherladen wirken Andres Lutz und Anders Guggisberg installativ. Das Künstlerduo malt mit der Bar um die Wette und performt mittendrin und multimedial. „Bücher über Strunke, Knorze und Waldknochen“ ist frisch dem Nieves Verlag entsprungen, der seinerseits Teil der Verlagspräsentation wird.

Dazu geben Lutz/Guggisberg Einblick in ihre imaginäre Bibliothek, Holzbücher, die nur im Kopf aufgeblättert werden können. Sie reichen vom Hungerast von John F. Kraftriegel über den Kriminalroman Das Ulmensterben bis hin zum Sektentester Der Holzweg. In diesen verrückten Bücherrücken kann man sich verlieren und verlieben, grad wie in Carol Forsters Bücherladen. Paarläufe aller Art bieten einmalige Erlebnisse.

Johannes Zechner I Peter Waterhouse J.R.Ü.E.A

Peter Waterhouse Gedicht  Johannes Zechner Malerei

Jeden Radfahrer überfliegt ein Adler



2011 | 11–P01 | Kleiner Frühling | Zwanzig Künstlerinnen

Kleiner Frühling I Zwanzig Künstlerinnen

Die gesamte politische Diskussion um die Einführung des Frauenstimmrechts, die damit verbundene oftmals unverständliche und schmerzhafte Unsachlichkeit und Emotionalität  prägten meine Jugend. Den historischen Zeitpunkt nahm ich als Anlass, ein kleines kulturelles Festival mit Ausstellung, Filmvorführungen, Musikveranstaltungen und Vorträgen zu veranstalten ohne die politische Seite grundlegend zu reflektieren. Dennoch drang die Ausrichtung auf die kulturelle Kraft der Frau immer wieder durch, nicht ambitiös, aber selbstverständlich, spielerisch, ironisch.

Unter dem Titel 20 FRAUEN lud ich Künstlerinnen mit unterschiedlichen biografischen oder künstlerischen Bezüge und Verbindungen zu Appenzell oder dem Appenzellerland ein. Es entstand eine konzentrierte Ausstellung mit Einzelwerken und Werkgruppen und einer Installation, die ohne thematische Vorgabe eine qualitätsvolle und spannungsreiche Übersicht darstellte, die Prägungen dieser Region mit beinhaltete. In täglichen Führungen konnte ich den Bogen spannen zwischen dem traditionsprägenden Appenzell-Bild des 19. Jahrhunderts, der Stagnation der Kunstsituation und dem kulturellen Orientierungsmangel der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts bis zur neuen Innovationskraft gegen Ende des 20. und anfangs des 21. Jahrhunderts.

Als Veranstaltungsraum konnte ich eine Lagerhalle mieten und in ein stimmungsvolles  Ambiente mit Bühne, Bar, Kunstkiosk und Büchertisch sowie künstlerischen Werken von Verena Sieber-Fuchs und Vera Marke umgestalten. Je nach Bedarf konnte der Raum bis zu rund 100 Besucherplätze aufnehmen.

Das Aussenareal wurde mit zwei Baucontainern abgeschlossen. Diese wurden mit einfachen Holzwänden zu Ausstellungsräumen umfunktioniert.


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2011 | 11–P02 | Andreas Züst

Andreas Züst, Nacht

Still und leise beginnt ein feines Sommerspiel.

Andras Züst - NACHT
Diaschau mit 80 Nachtbildern

Installation: Mara Züst

täglich von 17 Uhr bis Mitternacht

 


2010 | 10–P02 | Emil Grubenmann

Emil Grubenmann Appenzell | Fotografien aus den 70er Jahren

"Chöpf" - Fotografien aus den 70er Jahren

11.Juni bis 01.August 2010.

Emil Grubenmann, 1948 in Appenzell geboren, hat sein privates Bildarchiv geöffnet.
Wir sind darin auf Aufnahmen gestossen, die einerseits anrührende Dokumente einer vergangenen Zeit sind, anderseits aber eine künstlerische Sichtweise offenbaren, die eigenartig aktuell ist.

Emil Grubenmann hat bis 1974 im Appenzellerland und auf seinen Reisen fotografiert. Seine Schwarz-Weiss-Aufnahmen zeigen Menschen im Alltag - und das, was in geheimnisvoller Weise zwischen ihnen passiert.


Text von Hanspeter Spörri

Emil Grubenmann junior war in den 1970er Jahren ein bekannter Fotograf; einer, der den Beruf à fond gelernt hatte, das Handwerk beherrschte, zudem einen besonderen Blick für Menschen hatte, den richtigen Moment abwarten konnte.

Er war, das wusste man schon damals, mit seiner Leidenschaft und Kompromisslosigkeit, seiner Intuition ein Künstler. Dann kehrte Emil Grubenmann dem Appenzellerland den Rücken. Er übte andere Berufe aus, bildete sich in vielen Gebieten weiter, hängte die Kamera an den Nagel. Heute lebt er in Deutschland. Die bis zu seinem Wegzug im Appenzellerland entstandenen Aufnahmen - Papierabzüge und Negative - lagerten in Ordnern und Schachteln, gerieten in Vergessenheit.

Aber sie überdauerten die Zeit. Die Fotografien, die jetzt erstmals öffentlich gezeigt werden, sind einerseits Zeit-dokumente. Sie führen einem eine noch nahe, aber versunkene Zeit vor Augen. Sie zeigen Menschen in alltäglichen Situationen, im Gespräch, konzentriert, in sich gekehrt, stolz, nachdenklich, fröhlich, skeptisch, herausfordernd.
Ältere werden sich an viele Gesichter erinnern, an Namen, an Geschichten und Zusammenhänge. Einige werden sich selber erkennen, sich daran erinnern, wie sie damals waren. Andererseits aber ist in den Aufnahmen etwas Überzeitliches zu spüren. Die vergehende Zeit hat ihnen ihren unmittelbaren Bezug genommen. Sie hat sie von der damaligen Gegen-wart, vom Lokalkolorit befreit. Es wird dadurch etwas sichtbar, was im Alltag, in der Gegenwart meistens übersehen wird.

Emil Grubenmanns Bilder sprechen eine Sprache, die nicht übersetzt werden kann und muss. Sie ist vieldeutig, teilt auch Unaussprechliches mit. Es offenbart sich in diesen Bildern das, was Menschen ausmacht; und auch das, was zwischen Menschen passiert: Das Typische in ihnen ist nicht mehr nur typisch appenzellisch. Die Bauern im Gespräch könnten auch Philosophen im antiken Griechenland sein, die über das Wesen der Zeit sinnieren. Oder tibetische Mönche, die sich in das Rad der Zeit vertiefen.

Emil Grubenmann vermutet, dass er "schon ein gewisses Talent hatte". Aber was ist das Besondere an seinem Talent? "Man muss halt auf den richtigen Moment warten können", sagt Emil Grubenmann mit einem fast fragenden Ton.
Henri Cartier-Bresson, der grosse Fotograf, wusste, dass es auf den entscheidenden Moment ankommt: "Für mich ist die Kamera ein Skizzenbuch, ein Instrument der Intuition und Spontaneität, der Herrscher des Augenblicks, der -visuell ausgedrückt- gleichzeitig in Frage stellt und entscheidet.

Um der Welt, eine Bedeutung zu geben, muss man sich beteiligt fühlen an dem, was man im Sucher sieht."
Auch Emil Grubenmann ist aus tiefstem Wesen beteiligt am Leben, an der Welt. Er stammt aus einer Familie starker Persönlichkeiten, geht selbst konsequent eigene Wege, sucht den starken Kontrast und darin die Wahrheit - aber auch die einst vermisste Zärtlichkeit und Behutsamkeit. Das hat ihn aufmerksam für kleinste Regungen gemacht. Diese Wahrnehmungsfähigkeit verleiht seinen Bildern eine überzeitliche Aktualität und Gültigkeit. Ihr Thema ist - über das Dokumentarische hinaus - eben genau dies: die Wahrnehmungsfähigkeit der Seele, das Geheimnis des Bewusstseins.


Emil Grubenmann, 1944 geboren in Appenzell. Lebt und arbeitet in Deutschland.


2010 | 10–P01 | Luzia Broger

Luzia Broger | Fotografien

Ausstellung im Rahmen der Appenzeller Kabarett Tage 2010


2009 | 09–P03 | Christian Meier, FTM

Christian Meier, FTM

Projekt während den Appenzeller Kabarett Tagen 2009.

Kostbare Billigimporte

Die Appenzeller Kabarett-Tage sind heuer auch "made in China". Nein, kein Billig-Hader und gebrochenes Englisch. Aber aufdringliche Banner werben für die Firma FTM (www.fm.li), die der in China lebende Appenzeller Künstler Christian Meier (geb.1978) zusammen mit Roger Gmünder gegründet hat und auf Einladung des Forums Agathe Nisple im Gringel in Appenzell erstmals präsentiert wird. Vorerst werden Seidenröcke und Töffjacken feilgeboten. Brisant mischt sich Meier ins System von Kapitalismus und Macht. Zwiespältiges wie ein Atompilz und reizende Damen signalisieren Kulturimperialismus und verheerende Besserwisserei (ubs)

St.Galler Tagblatt 26.03.2009



2009 | 09–P02 | Eva Hensel

Eva Hensel Hochzeitsbilder

Zur Ausstellung erschien die Edition:
"Wer geht denn schon am Sonntag morgen auf den Markt in Czernowitz"

Wenn das Unverhoffte ins Bild kommt, wenn Träume mit dem Wind ziehen, wenn Sehnsucht greifbar wird.

An einem Sonntagmorgen in Czernowitz war's, als Eva Hensel in den Sog einer unglaublichen Konfrontation mit dem Thema Hochzeit geriet. "Orte zum Sammeln" aufspüren gehört zu ihren künstlerischen Forschungsreisen, die sie seit zehn Jahren immer wieder in die Ukraine führen.



2009 | 09–P01 | Vera Marke "sichtig"

Vera Marke "sichtig"

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2008 | 08–P03 | Ursula Palla

Installation im Garten, Jakob Signerstrasse 5, Appenzell.
Eine temporär installierte "Sternwarte" gewährt freie Sicht in die weite Welt.
Vom 1. Dezember 2008 bis 1. Januar 2009. Bildwechsel ist immer um 24.00 Uhr.



Ursula Palla bewegt sich als Künstlerin immer wieder in der ungewissen dünnen Schicht zwischen Realität und Künstlichkeit, zwischen Traum, Fiktion und greifbarer Wirklichkeit. Sie hat sich als Multimedia-Künstlerin weit über die Nation hinaus einen Namen geschaffen. Ein prägender Lebensabschnitt im Appenzellerland war massgebend für verschiedene traditions- und ortsbezogene Projekte. Damit hat sie sich auch in der appenzellischen Kunstlandschaft heimisch gemacht.

In der Arbeit von Ursula Palla geht es um das Hintergründige von Natur, um das Fragwürdige der Wahrnehmung. Das Harmlose wird zur Bedrohung, die Idylle unheimlich, das gut Gemeinte zerbricht ins Unbeholfene. Mit eindringlichen Kompositionen entführt sie uns in ungewisse Welten.

Ursula Palla gestaltet 2008 für Goba AG, die seit 2000 jedes Jahr einen künstlerischen Advendskalender herausgibt, einen klassischen Kalender mit 24 "Lädeli", wo, versteckt im Gontenbader Sternenhimmel, jeden Tag eine neue Weihnachtskulisse preis gegeben wird. Tag für Tag veröffentlicht die Appenzeller Zeitung ein von der Künstlerin kommentiertes Weihnachhtsbild.

Eine Auswahl von zwölf Sujets gibt es als Postkarten-Serie. Ursula Palla erkundet auf ihren künstlerischen Exkursen verschiedene Kulturen nach Weihnachtsbildern. Glamouröse Inszenierungen und verlorene Bescheidenheiten, witzig Zufälliges und kollektive Gewohnheiten mischen sich zu einer bunten Fundstätte.

 



2008 | 08–P02 | Suvat

Suvat

Der in Wien lebende Künstler chinesischer Abstammung ist seit rund zwanzig Jahren einem breiten Kunst interssierten Kreis in der Schweiz bekannt. Man kennt seine mehrfarbigen Kompositionen. Es sind stimmungsvolle, meditative Farbverdichtungen auf A4 Formaten, aus denen sich seine zwei- und vielteiligen Arbeiten zusammensetzen.

Zeitgleich, gewissermassen auf Nebenschienen, arbeitet er auch in anderen thematischen Serien und anderen experimentellen Techniken.



2008 | 08–P02 | Marlies Pekarek

Marlies Pekarek, Madonnas

Wunder gibt es. Statt karge Kunst bevölkern Hunderte von rosafarbenen Madonnafiguren den ehemaligen Schopf an der Jakob Signer-Strasse 5 in Appenzell.  Der Schopf ist Kirche geworden, Wegkapelle, oder doch zumindest ein Souvenirladen auf dem Pilgerweg durchs Appenzellerland. Ein betörender Duft von Rosen verdreht die Sinne. Es könnte Blustzeit sein. Doch nicht Kirsch- und andere Blüten, sondern Massen von Madonnen verführen das Auge. Man möchte sie berühren und respektiert doch ihre sichtliche Fragilität. Ihre Klarheit und Schönheit nehmen gefangen. Man möchte sie besitzen, verehren, nie mehr verlieren. Madonna ist auch „ma donna“, meine Frau. Doch sie entziehen sich, bleiben eine Erscheinung, vergänglich, temporär. Die Madonnen sind aus Seife gegossen. Jedes Stück letztendlich eine Einzelanfertigung. Und doch Gebrauchsgegenstand.

Marlies Pekarek wählt die Materialien stets in inhaltlicher Abstimmung mit den Objekten. Das Material Seife nimmt darin eine besondere Stellung ein. Mit Seifen verbinden sich Reinigungsprozesse, Seifen lösen sich bei Gebrauch auf. Sie altern, verändern ihre Oberfläche, bilden eine Patina. Dass der Grossvater der Künstlerin Seifensieder war und eine Seifen- und Kerzenfabrik besass, gibt dem Material biografischen Rückhalt.

Die Installation mit den Madonnenfiguren samt integriertem Kunstkiosk macht den Anschein von Massenproduktion. Die Kunst von Marlies Pekarek bewegt sich immer wieder in diesem Spannungsfeld von Kunst und Kommerz, von Nutzen und Lasten, Sinn und Unsinn. Dabei geht es ihr nicht nur um Grenzüberschreitungen, sondern um die Vereinigung von scheinbar unvereinbaren Gegensätzlichen und Wertigkeiten. Was Original, Unikat, Multiple, Massenprodukt ist, lässt sich kaum mehr unterscheiden und verliert an Gewicht. Hierarchische Ordnungen werden unmöglich.

Es gibt Serien von Madonnen, die wie Skizzenbücher Einblick in die Prozesse der Formfindung und Herstellung geben. Fundstücke, Gussformen, Versuchsanordnungen, Experimentierexemplare sind dazugestellt, Dreiköniginnenfiguren haben sich daruntergeschmuggelt, eine industriell produzierte Madonna ist individuell abgeändert worden. Ausgewählte Einzelstücke haben sich als Multiple vermehrt.

Madonnen passen auch auf Metzgerpapier. Marlies Pekarek hat mehrere Bogen des wasserabstossenden rosa Transparentpapiers zusammengenäht und mit eigens dafür entwickelter Farbe berühmte Madonnen darauf gemalt: Die Madonna von Peru, Altgöttingen oder Einsiedeln. Das perlende Schwarz bildet textil wirkende Muster. Filigran, üppig und erhaben scheinen die grossen Madonnen bei aller Zerbrechlichkeit allen prekären Weltgeschehnissen zu trotzen und ihr Dasein als Schutzgöttinnen zu wahren.

Ein gemeinsam mit der Australierin Geraldine Searles konzipiertes Projekt mit dem Titel „Madonnas, Queens and other Heroes“ geht der Installation „Madonnas“ voraus. Die drei dreiteiligen Comiczeichnungen sind ein Teil davon. Mit bissigem Humor erzählt Geraldine Searles in einfachen Folgen und Geschichten, lässt die Madonna als Delphin übers Meer springen oder macht sie als Brotaufstrich geniessbar. Miteingebaut sind die rosa Madonna von Marlies Pekarek, die auch eine schwarze sein kann, zur indischen Gottheit Kali mutiert und ihre eigene Larve zerstampft.

Die Madonnen von Marlies Pekarek sind käufliche Wesen. Wie Fleisch. Himmlisches und Irdisches vereint sich in ihnen. Handelsübliches Verpackungsmaterial verwandelt sich in Schachtelkapellelchen und Reliquienschreine, in denen sie nach Hause getragen werden können. Ursula Badrutt



2007 | 07–P01 | Florin Kompatscher

Florin Kompatscher

Florin Kompatscher belegt in seiner Arbeit ein breites Spannungsfeld zwischen Fiktion und realen Welten. In fortlaufenden konsequenten Untersuchungsprozessen erforscht er archetypische, natur- und kulturhistorische Themen und Motive.

Aufbruch und Entgrenzung gehören seit den 80er Jahren zu den massgebenden theoretischen Leitgedanken der Kunst. Kompatscher hat für sich auf dieser Basis meist in  grossen seriellen Abfolgen komplexe Bilderwelten entwickelt. Er durchbricht dabei lineare Zeitstrukturen, Vorder- und Hintergründiges vermischt sich. Aus allen möglichen Kontexten holt er sich Elemente heraus und schafft auf diese Weise ein offenes Arsenal von Bausteinen. Auf dem Prinzip der Gleichzeitigkeit komponiert er visuelle Symphonien im Wechselspiel von analytischem und konstruktivem Vorgehen.

Mit scheinbar lockerer Handhabung baut er Bildergeschichten, die sich jeder Story widersetzen, oder er macht Setzungen, indem er z.B. den Wald in den Raum holt, und durch spiegelbildliche Brechungen neue Dimensionen der Wahrnehmung offen legt. Es sind Überraschungen und Irritationen, die humorvolle Spielereien mit visuellen Perspektiven, Umlegungen und mit zentrumsorientierten Denk- und Lebensprinzipien zulassen.

Obwohl Zeichnung und Malerei die grundlegenden künstlerischen Medien von Florin Kompatscher sind, hat er immer wieder ortsbezogene installative Ausstellungen und Raumkonzepte entworfen und realisiert.

Wo das Sagenhafte eine universelle Bühne bespielt, wo das ineinander Übergreifen verschiedener Gebiete neue Verbindlichkeiten schafft, wo das Konkrete und das Abstrakte auf einer Ebene im Dialog sind, thematisiert Florin Kompatscher reizvoll und anregend die Gleichzeitig des Realen  und des Geheimnisvollen. 



2007 | 07–P02 | Christian Meier

Christian Meier

Text 27.Nov bis 24.Dezember 2007

Vielleicht den Text vom Volksfreund?



2006 | 06–P02 | Let's Kiosk

Let's Kiosk

Bild: Florin Kompatscher

Künstler und Künstlerinnen lassen sich immer wieder motivieren, auch neue Werke in dieses Konzept einzubringen. Somit findet sich ein breites Angebot originaler Kunstwerke, Editionen, Multiples und Designobjekte. Eine Mischung von Aktuellem und Spannendem aus dem Lager.



2006 | 06–P01 | Appenzell Biennale_Plattform "6

Appenzell Biennale_Plattform "6

Ein Projekt von Emanuel Geisser, Peter Stoffel, Christine Rekade

 


2005 | 05–P01 | Roman Signer

Roman Signer

Tanzpavillon

Installtion mit 3 roten Heliumluftballons und Deckenventilatoren.

 




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